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BKG Architekten mit 75: Eine neue Zürcher Adresse und die 15–20-Frage
Büro
FRAME · 07:00
03-10-2026

BKG Architekten mit 75: Eine neue Zürcher Adresse und die 15–20-Frage

BKG Architekten Zürich, gegründet 1951, feiert 75 Jahre an neuer Adresse. Der Jubiläumstext nennt 15–20 Mitarbeiter als Optimalzahl. Was ist richtig für dein Atelier?

Der Anthropologe Robin Dunbar von der University of Oxford, dessen Forschung zum Thema Gruppengrösse in Primatenstudien begann, beschreibt menschliche soziale Netzwerke als verschachtelte Schichten. Eine dieser Schichten umfasst etwa fünfzehn Personen: der Kreis, den du im Kopf behalten kannst, dessen Arbeit du ohne Nachfrage kennst. Jedes Architekturbüro, das diskutiert hat, ob es eine Person mehr einstellen soll, ist auf diese Zahl gestossen – ob es den Namen kannte oder nicht.

Ein Zürcher Atelier hat diese Zahl aufgeschrieben. Nach dem Jubiläumstext auf ihrer Website wurde BKG Architekten AG 1951 vom Architekten Peter J. Moser gegründet, «in einer Zeit des Aufbruchs». 1964 wurde eine Villa im Quartier Seefeld, Münchsteig 10, zur Zentrale. Das Büro sagt, diese Adresse blieb mehr als 60 Jahre sein fester Ausgangspunkt. Im September hat das Büro laut eigener Website Eröffnungstage am neuen Standort ausgerichtet – Münchhaldenstrasse 21, CH-8008 Zürich – zum Feiern der 75 Jahre.

Der Jubiläumstext enthält auch einen Satz, den jede Atelierleitung zweimal liest. Nach einem Boom-Peak von etwa 40 Architekten schrieb das Büro, dass für ein Atelier mit grossem Anteil Industriebau die optimale Grösse langfristig wohl «zwischen 15 und 20 Mitarbeitern» liegt. Das ist ein historisches Urteil aus der eigenen Vergangenheit des Büros, keine Aussage zur heutigen Kopfzahl. Es ist trotzdem selten: ein Büro, das seine richtige Grösse aufschreibt.

Eine Genealogie benannter Personen

Die Geschichte, die das Büro erzählt, ist eine von Kontinuität. Creed Kuenzle stiess 1963 dazu, Hans Gerber 1970, dem Jahr, in dem das Büro zur AG wurde. Dr. Jürg Bühler folgte später. Die Projektchronik auf bkg.ch reicht von den KABA-Produktionshallen in Rümlang (Richtfest 1967) und dem MOTAG Automobilzentrum in Dielsdorf, dem ersten BMW-Importzentrum (eröffnet 1969), bis zum Wettbewerb «Zum Raben» 1968 am Limmatquai, an dem laut Büro 84 Ateliers teilnahmen. Später kamen die Sanierung Hammergut in Cham (1985–1992), die Dolderbahn-Sanierung 2004 und die schrittweise Renovation der Tennisanlagen des Grasshopper Club Zürich von 2008 bis 2021. Heute leiten Patrick Manser, Christian Gerber und Nadine Gerber-Hunziker das Büro.

1978 schrieb Kuenzle: «Wer als Architekt bestehen will, muss sehr diszipliniert arbeiten.» PAZ’s Konzeptpanel zum Bauhaus-Grundkurs erinnert an Hannes Meyer aus Basel, für den Bauen Organisation ist, nicht Komposition. BKGs 75 Jahre lesen sich als stiller Beweis dieser Idee.

←HEUTE: Ein 75-jähriges Zürcher Büro eröffnet ein neues Haus und hat trotzdem eine geschriebene Ansicht zu seiner Grösse. →3012: Die Ateliers, die noch stehen, sind die, die ihre Form kannten und aufschrieben. Angelpunkt: Der Adresswechsel zeigt dir, was eine Kultur mit sich trägt und was die Wände für sie hielten.

Die offenen Fragen

Wir sind vierzehn Personen in einer halb renovierten Werkhalle auf dem Sihlquai, einen unter BKGs Zahl, und wir lesen diesen Satz als an uns gerichtete Frage. Welche Grösse passt zu einem Atelier, dessen Arbeit einen Monat Wettbewerb und den nächsten Ausführungsplanung ist? Und was macht sechzig Jahre an einer Adresse mit einer Kultur? Leben die Gewohnheiten in den Räumen oder in den Personen, die sie mitnehmen? Wir kennen BKGs Antworten nicht, und ihre Seiten geben keine Gründe für den Umzug. Die Fragen sind trotzdem wert, gestellt zu werden. Der Trade-off ist klar: Ein kleines Büro hält sein Wissen in Gesprächen, nicht in Dokumenten, und genau diese Nähe macht das Wissen zerbrechlich, wenn Personen gehen.

Atelier: Wenn KI-Werkzeuge nun vierzehn Personen das ermöglichen, was zwanzig früher produzierten, verschiebt sich die Grössen-Frage von «wie viele Einstellungen» zu «wie viel unserer Methode ist aufgeschrieben». Verfasse am Montag eine Grössen-Erklärung für dein Atelier, wie BKG es tat – bei welcher Kopfzahl hörst du auf einzustellen und dokumentierst stattdessen?

Hack: Hole dir deine monatliche Kopf-und-Stunden-Kurve aus der Zeiterfassungs-Datenbank, damit die Grössen-Debatte von deinen eigenen Zahlen ausgeht, nicht von einem Gefühl. Eine Abfrage gegen deine Projektkontroll-Tabelle reicht:

SELECT date_trunc('month', day) AS month,
       count(DISTINCT person_id) AS heads,
       round(sum(hours) / count(DISTINCT person_id), 1) AS hours_per_head
FROM timesheet
GROUP BY 1 ORDER BY 1;

Wenn die Stunden pro Kopf steigen, während die Kopfzahl gleich bleibt, arbeitet dein Atelier bereits über seiner natürlichen Grösse.

PAZ Takeaway: Für ein Atelier, dessen Methode in seinen Personen lebt, kann PAZ PAZ-GPT auf dem eigenen Archiv von Projektberichten, BEP-Entwürfen und Detailnotizen aufsetzen. Jahrzehnte von Entscheidungen werden dann zu etwas, das der nächste Kollege abfragen kann, statt es neu zu entdecken.

Schreib die richtige Grösse deines Ateliers auf und datiere sie, damit wer sie 2101 liest, weiss, was du gemeint hast.

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