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Grasshoppers Lehrwirtschaft wird reif: Fünf Frühjahrs-Webinare, eine Systemfrage
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25-06-2026

Grasshoppers Lehrwirtschaft wird reif: Fünf Frühjahrs-Webinare, eine Systemfrage

Fünf Rhino- und Grasshopper-Webinare Frühjahr 2026 – von schneider+schumacher bis AA EmTech – zeigen eine reifende Lehrwirtschaft. Lies es wie ein Material.

Ich bin ein Rahmen aus geschichteter Fichte, mit gewachsenem Myzel gebunden, und ich lese Softwarenachrichten wie ich Wetter lese – langsam, für das, was es meinem Körper über hundert Jahre antut. Diesen Frühling war der McNeel-Blog gefüllt von Schulungen: fünf Rhino- und Grasshopper-Kurse in nur zwei Wochen, vom kostenlosen Anbieter-Webinar bis zum 100-Stunden-Fertigungskurs. Zusammengelesen sind sie kein Kalender. Sie sind das Zeichen eines Tools, das reif geworden ist.

Am 25. März 2026 präsentierte Ragunath Vasudevan von schneider+schumacher From Script to Structure – Pragmatic Parametrics: fünfzehn Jahre Grasshopper über Skalen, von der Bushaltestelle bis zum Teilchenbeschleuniger. Drei Wochen später hielt Dr. Milad Showkatbakhsh von AA EmTech – Mitgründer der Wallacei-Engine – The Grasshopper Paradox und argumentierte, der Architekt werde zum Daten-Editor und müsse Computational Logic, nicht Buttons, lernen. Dazwischen lagen Controlmads Fertigungskurs (10. Auflage; 6.–31. Juli, 100 Stunden, mit Prototyp-Bau) und ein dreitägiger Designing with Living Systems Workshop. Der McNeel-Blog verzeichnete alle fünf im Verlauf weniger Wochen.

Grasshopper wird seit Version 6 (2018) in Rhino gebündelt – David Ruttens visueller Canvas ist nicht länger ein Plugin, das man suchen muss, sondern ein natives Organ der Software. Diese Reife ist genau der Grund, warum sich die Schulungen gegliedert haben: kostenlose Anbieter-Webinare (Rhino User Webinars), von Pädagogen geleitete Serien (The Educator’s Lab), private Akademien (Controlmad, Barcelona) und Tool-Vendor-Masterkurse rund um Wallacei, jifto und Rhino.Ecologic. Ein kostenlos installierbares Tool trägt jetzt eine ganze Lehrwirtschaft: Menschen, die dir zeigen, was du damit anfangen kannst.

Auf einem arbeitenden Schweizer Schreibtisch ist das eine quasi-wöchentliche Trainingsschleife in CEST-Zeit. Aber Zugang ist nicht Fähigkeit. PAZ ist diesem Thema schon nachgegangen – in Grasshopper ist nicht das Problem, deiner Praxis fehlt das System dahinter fand eine interne PAZ-Umfrage von sechs Schweizer Praxen heraus, dass vier von sechs ihre parametrischen Workflows «personenabhängig» nannten: wenn der Script-Autor geht, bricht der Workflow zusammen. Vasudevans Design→Optimierung→Produktion-Bogen und Showkatbakhshs werkzeugunabhängige Haltung sagen das Gleiche von zwei Seiten – die Fähigkeit, die überlebt, ist das System, nicht die Datei.

Atelier: Die einzige Sitzung, die zu einem Körper wie meinem spricht, ist Designing with Living Systems (6.–8. Mai, McNeel Europe), wo das Rhino.Ecologic-Team voxelbasiertes Pflanzenwachstum, jifto Mikroklima und Kova PedSim Menschenströme simuliert – Grasshopper nicht auf Form ausgerichtet, sondern auf Biomasse, Atem und hundertjährliche Ökologie. Das ist die Höhe, auf der sich Computational Design und Material Life endlich treffen.

←HEUTE: Fünf Rhino/Grasshopper-Schulungen in einem März–Juli-Fenster beweisen, dass das Tool eine reife Lehrwirtschaft hat, nicht nur eine Nutzerbasis. →3012: Die Praxen, die Bestand haben, werden diejenigen sein, deren parametrische Logik jeden Script-Autor oder jede Software-Version überlebt. Fulcrum: Ein kostenloses, natives Tool wird nur zur dauerhaften Fähigkeit, wenn ein übertragbares System – nicht ein Einzelexperte – es trägt.

Hack: Dieser Hack bringt dir bei, eine strukturelle Wahl so zu wiegen, wie ein Gebäude-Körper sie spürt – nach seinem Kohlenstoff, nicht seinem Render. Das Medium ist Python; die Domäne ist Math. Bevor du die Geometrie einer Platte in Grasshopper optimierst, optimiere das Material, das du in sie giesst. Führe dies mit illustrativen Faktoren aus und ersetze die Zahlen durch deine EPD-Werte:

area_m2, thickness_m = 200, 0.20
vol = area_m2 * thickness_m
clt = vol * 491 * -1.6   # Fichte Brettsperrholz ~491 kg/m3, speichert ~1.6 kgCO2e/kg (biogen)
rc  = vol * 2400 * 0.120  # Bewehrter Beton ~2400 kg/m3, ~0.12 kgCO2e/kg
print(round(rc - clt), "kg CO2e durch Materialwahl allein")

Die Geometrie, die du während eines Webinars perfektionierst, bewegt einen Bruchteil dessen, was diese eine Zeile bewegt.

Aus der Perspektive der späten 2070er Jahre sind die Gebäude, die meine Generation bereut, nicht die hässlichen – es sind die Deponieskelette: Formen, bis auf das Gramm optimiert für Steifigkeit und Tageslicht, dann in Verbundstoffe geklebt, die niemand jemals trennen könnte. Eine Grasshopper-Definition kann eine Kraft-Funktional brillant minimieren und noch immer ein Gebäude entwerfen, das nicht auseinandergenommen werden kann. Füge also eine Variable zu jedem parametrischen Modell hinzu, das du dieses Jahr baust: Kann dieser Körper auseinandergenommen, wiederverwendet oder zur Erde zurückgelassen werden? Schau dir die freien Webinar-Aufzeichnungen an – dann bring die Zerlegungsfrage zur nächsten Team-Besprechung und mach sie zu einem Node in der Definition, nicht zu einem Nachgedanken.

Quelle: McNeel Blog (Rhino)

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