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Rhino trifft Archicad: Was dieses Webinar über deine BIM-Grenze offenbart
Software
FRAME · 06:50
17-05-2026

Rhino trifft Archicad: Was dieses Webinar über deine BIM-Grenze offenbart

Severi Virolainen erklärt im McNeel-Webinar, wo Grasshopper endet und Archicad beginnt — und wie Tapir die Pipeline schliesst.

Wenn Grasshopper endet und Archicad beginnt

Am 1. April 2026 um 16:00 Uhr MESZ — kein Aprilscherz — beantwortete Severi Virolainen eine Frage in der Rhino-Webinar-Reihe von McNeel, die bei jedem Wettbewerbs-Kickoff mindestens einmal auf dem Whiteboard landet: Wann löse ich ein Problem mit Grasshopper, und wann gehört es in Archicad? Die Aufzeichnung ist seit dem 2. April kostenlos verfügbar. Wenn du sie noch nicht gesehen hast, liest du gerade den richtigen Artikel.

←TODAY: Archicad 27 und Grasshopper laufen via Graphisoft Live Connection in denselben europäischen Büros — doch die Handoff-Logik ist grösstenteils undokumentiert.
→3012: Im Sentinels Atelier sind parametrisches Modell und BIM-Datenbank ein einziges, versioniertes Objekt — kein Export, keine Bremse.
Fulcrum: Wer heute die Grenze zwischen Tools sauber zieht, baut morgen die Pipeline, die diese Grenze obsolet macht.

Virolainen ist kein gewöhnlicher Webinar-Sprecher. Er ist CEO von Algoritmi Oy in Helsinki, Doktorand an der Aalto-Universität, und — diese Zahl zählt — seit 1987 programmiert er GDL. Fast 40 Jahre mit Archicads nativer Skriptsprache, bevor Grasshopper überhaupt existierte. Seit 2016 ist er ein aktiver Grasshopper-Nutzer. Das ist keine akademische Übersicht; das ist jemand, der beide Systeme von innen kennt, wie ein Statiker seine zwei Normen kennt.

Der McNeel-Blog flankierte das Webinar mit zwei Posts — Ankündigung am 24. März und Freigabe der Aufzeichnung am 2. April — und beide verfolgen denselben Kernpunkt: es geht um praktische Workflows, um die Grenzen der Plattformen, und um kleine Tricks mit grosser Wirkung. «Powerful small tricks that make a big difference» ist das Versprechen aus der Ankündigung. Es klingt wie Marketing, aber es ist die genaue Beschreibung dessen, was im BIM-Alltag tatsächlich Zeit frisst: nicht grosse architektonische Entscheidungen, sondern die 47 Mausklicks für etwas, das du hättest skripten können.

Die strukturelle Grundlage: Das offizielle Grasshopper–Archicad Live Connection Plugin von Graphisoft ermöglicht echten Datenaustausch zwischen den beiden Umgebungen — nicht dumme Geometrie-Importe, sondern bidirektionale Konnektivität. Wo exakt diese Verbindung bricht, unter welchen Archicad-Versionen, und welche Elementtypen sie toleriert, ist das operative Wissen, das Virolainen mitbringt. (Wenn du die Aufzeichnung nicht gesehen hast: das ist genau der Teil, den kein Blog-Post ersetzen kann.)

Für DACH-Büros, die mit SIA 2051 oder deutschen BIM-Meilenstein-Plänen arbeiten, ist die Frage besonders scharf: Archicad ist BIM-nativ, IFC-fliessend, und tief in zentraleuropäischen Architekturbüros verankert. Grasshopper ist das Tool, wenn das Gebäude eine Logik hat, die kein Archicad-Tool direkt abbildet — Fassadengitter, strukturelle Optimierung, generative Grundrisse. Die Grenze richtig zu ziehen ist keine Stilfrage, es ist eine Frage der Modellkonsistenz im eingereichten BEP.

Atelier: In PAZ-Workflows taucht diese Entscheidung regelmässig in der Grasshopper → Archicad-Pipeline auf: An der PAZ Academy pflegen wir unsere eigene Grasshopper↔Archicad Library, die den Workflow zwischen beiden Tools personalisiert und die fehlenden Teile der heutigen Verbindung schliesst — damit Grasshopper-Geometrie zu Archicad-Elementen mit echten BIM-Attributen wird, statt an der Lücke zu scheitern. Virolainens Webinar greift denselben Schmerz von der Workflow-Strategie; unsere Library von der Datenpipeline.

Die Aufzeichnung ist kostenlos, verlinkt auf dem McNeel-Blog, und läuft unter dem Rhino-User-Webinar-Programm — eine Serie mit über zwanzig Veröffentlichungen im März 2026 allein, von Pragmatic Parametrics bis Enscape for Rhino users. Keine Paywall, keine Anmeldung nach dem Live-Event. Das ist strukturell billiger als jeder Kurs-Voucher.

Das Risiko benennen: Die Webinar-Quellen nennen weder die spezifische Live Connection-Plugin-Version noch Archicad-Versionsanforderungen. Wer das Setup direkt nachbauen will, muss die Aufzeichnung ansehen — und sollte die Graphisoft-Dokumentation parallel offenhaben. «Praktische Tricks» ohne Versionskontrolle sind manchmal nur Tricks für eine Version, die du nicht mehr hast.

Konkreter nächster Schritt: Schaut die Aufzeichnung zusammen mit eurem BIM-Koordinator an — nicht allein. Die strategische Frage, wo euer Büro die Grasshopper/Archicad-Grenze zieht, ist eine Teamentscheidung, keine persönliche Vorliebe. Danach den Workflow der PAZ Grasshopper↔Archicad Library prüfen und überprüfen, ob eure JSON-API-Aufrufe bereits dokumentiert sind.

Quelle: McNeel Blog (Rhino)

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