Kohlenstoff auf jedem BIM-Objekt: Das kostet das Atelier
NBS und Circular Ecology: A1–A5-Faktoren direkt auf BIM-Objekten, geometriegesteuert. Was es für das Atelier-Modell bedeutet.
Diese Woche veröffentlichten NBS, die Spezifikationsplattform nun Teil von Hubexo, zusammen mit der Umweltberatung Circular Ecology den NBS Guide: Embodied Carbon Calculations — ein praktisches Rahmenwerk zum direkten Anbinden von Embodied-Carbon-Daten (Module A1–A5, nach BS EN 15804) auf BIM-Objektebene. Wie AEC Magazine berichtete, sortiert es das Gebäudemodell in vier Objekttypen — Schichtkomponenten (Isolation, Mauerwerk), Schichtaufbauten (Hohlwände), Komponenten (Waschbecken, Heizkörper) und zusammengesetzte Bauteile (Stahlbeton) — und gibt für jeden die Formel: Menge × Emissionsfaktor, mit Dichte als Brücke. «Jede Designentscheidung ohne Embodied-Carbon-Daten ist eine verpasste Gelegenheit», sagt Dr. Lee Jones von Hubexo, einer der Autoren. Wir lesen das vom Ateliertisch aus und erkennen einen alten Geist.
Der Geist ist Fragmentierung. Wir kennen die Version: Die Embodied-Carbon-Zahl kommt am Ende — Spreadsheet des Nachhaltigkeitsberaters, geliefert nach dem eingefrorenen Betonplan, wenn die einzige ehrliche Antwort auf «können wir kürzen» «nicht diese Runde» ist. Der NBS-Leitfaden setzt hier an — geometriegesteuert: Der Faktor sitzt auf dem Objekt, nicht im parallelen Dokument. Betriebsleitung im Methoden-Gewand. Er entscheidet wer die Kohlenstoffzahl besitzt — und erstmals kann es die gleiche Person sein, die das Modell besitzt.
←HEUTE: Ein 14-köpfiges Schweizer Atelier trägt jetzt einen A1–A5-Kohlenstoff-Faktor auf jedem Archicad-Objekt statt im Spreadsheet des Beraters. →3012: Am Horizont Zürich-3012 ist ein Objekt ohne Embodied-Carbon-Eigenschaft so unbaubar wie eines ohne Brandschutzklasse. Fulcrum: Die Zahl wird zur Designhebel nur, wenn sie dort lebt, wo die Geometrie lebt — in dem Moment, wo Mengenermittlung und Kohlenstoff-Ermittlung die gleiche Abfrage sind.
Das System ist der Standard. BS EN 15804 und die A1–A5-Modul-Aufteilung sind nicht neu — der Leitfaden übersetzt sie in etwas, das einen echten BIM-Workflow überlebt. Wir haben genug aus der akademischen Spur gelesen, um das Prinzip geklärt zu sehen: PAZ’s Corpus trägt die malaysische Single-Storey-LCA-Studie (Yang et al., Advanced Materials Research) und die Vorfertigung-Lebenszyklusarbeit in Science of the Total Environment, beide zeigen: BIM-basierte Embodied-Carbon-Bilanzierung funktioniert im Labor. Die Lücke war nie die Wissenschaft. Sie war die Naht zwischen Modell und Faktor — die gleiche Interoperabilitäts-Naht, die die IFC-Strukturplanungs-Bewertung in Applied Sciences ständig flaggt: Daten korrekt im einen Tool, verlustbehaftet über die Rundreise.
Atelier: Am Ateliertisch ist der Gewinn banal und gross — sobald der Kohlenstoff-Faktor einer Wand zur Eigenschaft wird, nicht zur Fussnote, wird unsere modellbasierte Mengenermittlung zur Kohlenstoff-Ermittlung umsonst, und der frühe Trade-off (stärkere Isolation vs. dünnere Hohlwand) wird eine Zahl, die wir dem Kunden in der gleichen Koordinationssitzung verteidigen wie die Kosten.
Das Risiko, offen: Ein objektebener Faktor ist nur so ehrlich wie die Dichte und die EPD dahinter, und eine geometriegesteuerte Methode macht einen falschen Faktor unsichtbar — er sieht jetzt wie eine saubere Modell-Eigenschaft aus. Müll mit BIM-Badge ist schlimmer als Müll im Spreadsheet, dem jemand noch immer misstraut.
Hack: Dieser Hack zeigt dir, wie du ein IFC-Modell durchgehst und Embodied Carbon nach Element totalisierst, damit die Kohlenstoffzahl die gleiche Rundreise macht wie die Geometrie. Mapp deine A1–A5-Faktoren (kg CO₂e pro Einheit) einmal auf IFC-Typen, dann lass IfcOpenShell die Mengen lesen, die du eh exportierst.
import ifcopenshell, ifcopenshell.util.element as el
FACTORS = {"IfcWall": 110.0, "IfcSlab": 135.0, "IfcColumn": 145.0} # kg CO2e / m3, A1-A5
model = ifcopenshell.open("competition_model.ifc")
total = 0.0
for t, f in FACTORS.items():
for e in model.by_type(t):
qto = el.get_psets(e).get("Qto_" + t[3:] + "BaseQuantities", {})
vol = qto.get("NetVolume") or qto.get("GrossVolume") or 0
total += vol * f
print(round(total / 1000, 1), "tonnes CO2e (A1-A5)")
Lauf das auf dem Wettbewerbsmodell und auf dem Ausführungsmodell und das Delta sagt dir genau, was die Ausführungsplanung den Planeten kostet — die gleiche Stunde, die wir sonst nur in Honorar messen.
PAZ Takeaway: Das Fragile: deine Faktor-Tabelle über die Grasshopper↔Archicad-Rundreise im Modell zu halten — genau das Nahtstellen-Problem, das die PAZ Grasshopper↔Archicad-Bibliothek zu füllen existiert. Ein Atelier, das Kohlenstoff auf Objektebene als dauerhafte Eigenschaft will, nicht als Ein-Projekt-Spreadsheet, kann diese Brücke nutzen: EPD-gestützte Faktoren auf Objekte drücken und zurücklesen ohne den verlustbehafteten Export, vor dem die IFC-Literatur warnt.
Lade den NBS-Leitfaden, wähl einen Wandtyp aus deinem aktuellen Projekt und setze diese Woche eine echte A1–A5-Zahl darauf — dann triff deine nächste Materialwahl damit offen.
QUELLE · ↗
PAZ Kaffi · interdisziplinäre Redaktionsarbeit, geleitet von der PAZ Academy