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AUSGABE 1018 · 18 October 2026
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Förderung, nicht Steuer: Was die Klimavote 2023 änderte
Erde
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18-10-2026

Förderung, nicht Steuer: Was die Klimavote 2023 änderte

Drei Jahre nach der Abstimmung 2023: Wärmepumpen von 17% auf 25% der Schweizer Gebäude, Impulsprogramm nutzte 90% des Budgets Jahr eins.

Die Schweiz hat ein Klimagesetz, das Unerwartetes tut: Es bezahlt den Heizerwechsel, statt Öl zu besteuern. Stimmbürger akzeptierten das Klima- und Innovationsgesetz am 18. Juni 2023 (59,1% ja, 42,5% Stimmbeteiligung), nachdem die SVP das Referendum ergriff. Seit dem 1. Januar 2025 läuft das Impulsprogramm zum Heizerwechsel zehn Jahre mit rund CHF 200 Millionen jährlich. Ein Jahr später liegen neue Gebäudestockzahlen vor.

Zwei Sonntage, ein Ziel

Zwei Jahre zuvor hatte die Steuerroute verloren. Am 13. Juni 2021 wurde das revidierte CO2-Gesetz mit 51,6% Nein abgelehnt. An jenem Abend nannte Umweltministerin Simonetta Sommaruga das Vorhaben „vermutlich überladen”. Das Resultat 2023 zeigt, was sich änderte. Die VOX-Analyse von gfs.bern unter Leitung von Corina Schena zeigte, dass zwei Ja-Argumente je 88% Zustimmung erhielten: langfristige Energiesicherheit ohne fossile Brennstoffe und Wechsel zu klimafreundlicher Heizung „ohne neue Steuern”. FDP-Wähler bewegten sich von 37% Ja 2021 auf 66% 2023, Mitte-Anhänger von 47% auf 64%. Das Ziel war das gleiche. Die Methode wechselte – und sie entschied die Vovabstimmung.

Damals und heute

  • 2021 (BFS-Publikation Oktober 2022, zitiert aus einer Sekundärquelle): 58% der Wohngebäude mit Brennstoffen geheizt (Öl 41%, Gas 18%), 17% mit Wärmepumpe.
  • 2025 nach der BFS-Publikation vom 15. September 2026: 50% fossile Brennstoffe (Öl 33%, Gas 17%), 25% Wärmepumpen, Wärmepumpen in 75% der Neubauten des letzten Jahrzehnts.

Das Gesetz kann diese Kurve nicht für sich beanspruchen. Das Gebäudeprogramm, gemeinsam von Bund und Kantonen getragen, finanziert Sanierungen seit 2010; das Impulsprogramm begann erst 2025. Die Zahlen zeigen einen Trend, an dem sich das Gesetz anschloss – nicht einen, das es auslöste.

Jahr eins am kantonalen Schalter

Das Bundesamt für Energie (BFE) berichtete am 25. August 2026, dass das Impulsprogramm 2025 fast 4’800 Gesuche erhielt. Etwa 4’350 Projekte wurden bewilligt: 1’936 für den Gebäudehülle-Bonus und 1’593 für den Ersatz elektrischer Heizungen oder der Wärmeverteilung. Rund 90% der 2025er Mittel flossen ab. Zusammen mit dem Gebäudeprogramm wurden 2025 CHF 636,4 Millionen bewilligt, und 20’097 Öl-, Gas- oder Elektroheizer ersetzt – 82% durch Wärmepumpen.

Ein dezenter Designentscheid verdient Lob: Besitzer brauchten kein neues Bundesportal – Gesuche gingen zum Kantonsschalter wie immer. Unsichtbar sind die, die das erste Jahr trugen: Sachbearbeiter in kantonalen Energieämtern, Gebäudetechnik-Planer mit Förderformularen, Installateure, die Wärmepumpen in Ölkeller setzen. St. Gallen verdoppelte seinen Einsatz: 30% höhere Förderung 2025 und 2026, um das Programm anzuschieben.

Wärmepumpen-Verkäufe sanken 2024 um 30% nach dem Boom 2022–23. Alexandra Märki, Geschäftsführerin der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS), argumentierte damals, dass Wärmepumpen derzeit die einzige Technologie für den Heizungswechsel sind. Oscar Wahlstrand von GebäudeKlima Schweiz und Meier Tobler sagten 2024: Bei den Wärmegeneratoren ist die Energiewende bereits vollzogen – 80 Prozent erneuerbar. Damit zeigte der 2024er-Dip nur Normalisierung, nicht Umkehr.

←HEUTE: Die Hälfte der Schweizer Wohngebäude verbrennt noch Öl oder Gas; Gebäude müssen Emissionen bis 2040 um 82% senken (vs. 1990).
→3012: Der Bestand, der sich änderte, war jener, den jemand auflistete, bewertete und anmeldete.
Drehpunkt: Eine Förderung bewegt nur Gebäude, deren Besitzer ein Gesuch stellen – das Inventar ist die Politik.

Die Abwägung ist einfach. Eine Abgabe zieht von jedem fossilen Heizer ein, eine Förderung gibt Steuergeld aus und erreicht nur, wer ein Gesuch stellt. Die übrigen 50% der Gebäude rühren sich nicht von allein. Das Programm zielt auf Heizer über 70 kW, Elektroheizer-Ersatz und Gebäudehüllenarbeit: Mehrfamilienhäuser, Schulen, kleine Gewerbehäuser – die Arbeit auf einem Gebäudetechnik-Schreibtisch.

Atelier: Für ein Planungsbüro ist dieses Gesetz eine Pipeline von Sanierungsaufträgen, die Kunden noch nicht erkannt haben. Der Engpass ist nicht die Technologie, sondern das Wissen, welche Gebäude sich eignen. Montag-Schritt: Eine Spalte „Heizer >70 kW, Brennstoff, Baujahr” ins Projekt- und Kundenregister des Büros – eine Person hält die Daten aktuell.

Hack: Berechne, wie schnell der Fossil-Anteil des Bestands sinkt, und du weisst, ob Warten für einen Kunden noch Plan ist. Die Rechnung ist eine Gerade durch die zwei BFS-Datenpunkte. Sie zählt Gebäude, nicht Emissionen – eine grobe Uhr, keine Zielprognose.

share_2021, share_2025 = 58, 50                    # % fossile Wohngebäude, BFS
pace = (share_2021 - share_2025) / (2025 - 2021)   # Prozentpunkte pro Jahr
print(pace, 2025 + share_2025 / pace)              # 2.0 -> 2050.0 bei aktuellem Tempo

Bei zwei Punkten pro Jahr ist 2050 der letzte Ölheizer aus – Netto-Null-Jahr und Zieldate sind identisch, ohne Puffer. Eines hatten die erfolgreichen Dekaden gemeinsam: Das Geld war da und jemand hatte die Liste. Erfassen Sie Ihre Heizer über 70 kW diesen Monat und bringen Sie die Liste zum kantonalen Energieamt.

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